Fluxkompensiert!

Ein Live-Hörpspiel in Stereo und 3D

 

Inszenierung & Konzept

Caroline Stolz

Mit

Valérie Lecarte, Eva-Maria Damasko, Jasaman Roushanaei, Klaus Krückemeyer, Lucas Dilmann, Claus Weyrauther, Timo Willecke

Nach dem großen Erfolg der Umsetzung von "Unsinkbar" als Livehörspiel haben Caroline Stolz und Timo Willecke beschlossen dieses Format regelmäßig auf die Bühne zu bringen und das Ensemble "Hoer-Spieler" gegründet.

Dieses Mal bringen sie die Jahre 1985 und 1955 zusammen mit Marty McFly und Dr. Emmett L. "Doc" Brown - in eigener Fassung auf die Probebühne der Wartburg. 

Trash mit 1 Erzähler, 3 Sprechern (in allen Rollen), Humor, Herz, Livemusik und Livegeräuschen für Freunde und Feinde des Originals!

Fluxkompensator - fluxuiert!

 

Premiere

08.06.2013

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

 

 

Ein sehenswertes Hörspiel

Von vorne“ ruft ein Zuhörer, als die Schauspieler sich zur Zugabe setzen. Mit überbordender Begeisterung wurde das Livehörspiel nach dem Film „Zurück in die Zukunft“ vom Publikum gefeiert. Das besondere Format und die witzigen Einfälle sorgten schon ab der ersten Minute für Erheiterung.

Eine Bühne, drei Sprecher, ein Erzähler und drei Musiker sitzen auf der Bühne. Das ist die Basis für das neue Livehörspiel der Hör-Spieler. Den Kultfilm von Robert Zemeckis hat sich das Ensemble für ihre neue Produktion, die am Samstagabend in der Wartburg Premiere feierte, ausgesucht. 
Das Wort „live“ hat das Ensemble unter der Regie von Caroline Stolz groß geschrieben. Nicht nur für die Ohren gab es während der 70 Minuten einiges zum Aufnehmen, sondern auch für die Augen. Kamen die Mitwirkenden völlig normal gekleidet auf die Bühne, holten sie gleich nach dem Eröffnungssong „Back in time“ Requisiten unter den Tischen hervor.

Da wäre die rote Weste, die Marty im Film charakterisiert, zu nennen. Dr. Emmett L. Brown trägt stets seine unverwechselbare Perücke mit weißen, abstehen Haaren. Ganz wie Albert Einstein. Anstatt einen DeLorean auf die Bühne zu schieben, wurde ein kleines rotes Plastikauto mit grüner Hupe auf dem Dach gewählt. Doch noch komischer war der Fluxkompensator: Eine Luftballonaufblasmaschine verkörperte die Erfindung, die es möglich macht, von der heutigen Zeit in die Vergangenheit und in die Zukunft zu reisen. An Einfallsreichtum mangelte es nie.
Wann immer von dem Fluxkompensator die Rede war, holte die Erzählerin eine blinkende Lichtmaschine hervor und die Sprecher tranken eine kleine Schnapsflasche leer, während die Musiker eine Ohrwurmmelodie spielten.

Witzige Ideen

Auch ansonsten zeichnete sich das Livehörspiel, das die Grundhandlung des Filmes beibehielt, diese aber mit eigenen Nuancen versah, durch witzige Ideen aus: Die Sprecher spielten in abwechselnden Rollen. Dafür tauschten sie stets die Requisiten und zeigten so, wen der Charaktere sie verkörperten. Besonders Klaus Krückemeyer zeigte viel Talent, die unterschiedlichen Charaktere zu spielen.

Die drei Musiker, Claus Wayrauther am Keyboard, Lucas Dillmann am Schlagzeug und Timo Willecke, der die Geräusche erzeugte, sorgten für die dramatisch bis heitere Untermalung. Auch wegen zahlreicher Gesangseinlagen von dem Atzen Song „Hey das geht ab, wir feiern die ganze Nacht“ bis zum Dirty Dancing Klassiker „The time of my Life“ – inklusive Hebefigur – war das Stück hörens- und sehenswert.

Derzeit sucht das Ensemble nach neuen Aufführungsstätten, um das Schauspiel tatsächlich nochmals von vorne aufzuführen. Außerdem steht fest, dass sie mit neuen Produktionen in der Wartburg auftreten werden. Auch dafür suchen sie wieder nach Stücken, die eigentlich „als zu groß, unspielbar“ erscheinen, wie Caroline Stolz es ausdrückt.

Frankfurter Rundschau, 10.06.2013